{"id":245,"date":"2022-02-28T12:22:14","date_gmt":"2022-02-28T12:22:14","guid":{"rendered":"https:\/\/niedtalexpress.de\/?page_id=245"},"modified":"2022-08-09T08:44:21","modified_gmt":"2022-08-09T08:44:21","slug":"aufschwung-von-baustoffherstellung-und-handel","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/niedtalexpress.de\/?page_id=245","title":{"rendered":"Wirtschaftsaufschwung"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Aufschwung von Baustoffherstellung und -handel<\/h2>\n\n\n\n<p>Im Zusammenhang mit dem Bahnbau steht ein Aufschwung der Baustoffherstellung im Niedtal. Von besonderer Bedeutung erweist sich dabei der in der Region vorkommende Kalk sowie weitere typische nat\u00fcrliche Rohstoffe, die f\u00fcr die Baustoffherstellung ben\u00f6tigt werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Niedtalkalkwerk<\/h2>\n\n\n\n<p>So erhielten die Gebr\u00fcder Bier unter dem 7. Juli 1902 die Genehmigung zur Errichtung und zum Betrieb einer Kalkbrennerei. Deren Ofen sollte aus Gr\u00fcnden des Umweltschutzes mit Koks zu betreiben sein. Die Kalkbrennerei diente der Weiterverarbeitung des Kalks aus den bereits zwei Jahre zuvor erschlossenen Kalksteinbr\u00fcchen des Kemmersbachtals sowie des Haupttals der Nied. Das Niedtalkalkwerk nahm 1903 den Ofen zun\u00e4chst in einen Probebetrieb und erreichte nochmals zwei Jahre sp\u00e4ter um das Jahr 1905 die Produktionsphase.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahr 1912 erwarb die AG der Dillinger H\u00fcttenwerke in unmittelbarer N\u00e4he zum <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.saarbruecker-zeitung.de\/saarland\/saarlouis\/erinnerungen-an-das-ehemalige-kalkwerk-wach-halten_aid-366856\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.saarbruecker-zeitung.de\/saarland\/saarlouis\/erinnerungen-an-das-ehemalige-kalkwerk-wach-halten_aid-366856\" target=\"_blank\">Niedtalkalkwerk<\/a> Gel\u00e4nde, um einen weiteren Kalkbrennofen als Ringofen zu errichten. Zus\u00e4tzlich zu den Stollen im Kemmersbachtal wurden weitere Stollen im Bereich Haumesgas zwischen Hemmersdorf und Rammelfangen erschlossen. Die Deutsche Digitale Bibliothek weist eine diesbez\u00fcgliche <a href=\"https:\/\/www.deutsche-digitale-bibliothek.de\/item\/FCYBARUILKTAMEDLFKOPC4BTEWHPRTON\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Akte in den Best\u00e4nden des Bundesarchivs<\/a> nach. Die abgebauten Kalksteine wurden auf einer zun\u00e4chst dampfbetriebenen, sp\u00e4ter dann elektrischen Feldbahn, die als Schmalspurbahn angelegt war, zur Weiterverarbeitung im Kalkofen bef\u00f6rdert. Den gebrannten Kalk verlud man \u00fcber Verladerutschen in die im Anschlussgleis bereitstehenden Wagen, die \u00fcber die Niedtalbahn t\u00e4glich \u00fcber Hemmersdorf und B\u00fcren-Itzbach der Dillinger H\u00fctte zugef\u00fchrt wurden. In der Gegenrichtung erhielt das Kalkwerk Koks und Kohle. <\/p>\n\n\n\n<p>Infolge dieser Konkurrenz spezialisierte sich das Werk der Gebr\u00fcder Bier auf die Zementherstellung. Das Unternehmen ger\u00e4t 1915 in Zahlungsschwierigkeiten und verpachtet den Betrieb kurzfristig an die \u201ePortlandzement und Kalkwerk GmbH, Kerprich-Hemmersdorf\u201c bis die \u201eViktoria Zement- und Kalkwerk AG, Saarbr\u00fccken\u201c neuer Eigent\u00fcmer wurde. Doch auch diese Phase w\u00e4hrte nicht lange. Bereits 1920 erwarb die Dillinger H\u00fctte das gesamte Kalkwerk, das sie bis 1967 weiterbetrieb. Ein Gro\u00dfteil der zum Kalkwerk geh\u00f6renden Geb\u00e4ude wurde danach abgerissen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Sand- und Ziegelsteine<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Sandsteinbr\u00fcche eines Dillinger Unternehmers am Ostrand von Kerprich-Hemmersdorf erreichten eine zeitweise gro\u00dfe Belegschaft, konnten sich jedoch nicht \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum wirtschaftlich am Leben halten. Demgegen\u00fcber erlebte die 1850 gegr\u00fcndete Ziegelh\u00fctte in B\u00fcren einen Bedeutungszuwachs, der bereits vor Er\u00f6ffnung der Bahnlinie noch w\u00e4hrend ihres Baus im Jahr 1899 einen gro\u00dfen Fabrikneubau zur Folge hatte. Das Rohmaterial wurde aus der N\u00e4he \u00fcber eine etwa einen Kilometer lange Seilbahn vom Weg zwischen Hemmersdorf und Siersburg, sp\u00e4ter vom Hang zur Nied herbeigeschafft. Der Betrieb erhielt bereits beim Bau der Eisenbahn einen Gleisanschluss.<\/p>\n\n\n\n<p>Zus\u00e4tzlich befand sich an der Ladestra\u00dfe in Siersburg bis in die 1980er Jahre der Baustoffhandel Reiter. Die von dem Baustoffhandel weiterver\u00e4u\u00dferten Baumaterialien wurden regelm\u00e4\u00dfig mit der Bahn angeliefert, was im Bahnhof Siersburg Rangierfahrten und aufgrund der nach dem II. Weltkrieg reduzierten Gleisanlagen auch sogenannte \u201eS\u00e4gezahnfahrten\u201c erforderlich machen konnte.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Knauf Gipswerk in Siersburg<\/h2>\n\n\n\n<p>Die beiden in Lothringen geborenen Bergingenieure Alfons und Karl Knauf gr\u00fcndeten im Jahr 1932 in Schengen an der Mosel ein Gipswerk und erwarben im darauffolgenden Jahr auf der gegen\u00fcberliegenden Moselseite ein Gel\u00e4nde, auf dem sie ein Kalk- und Gipswerk errichteten. 1935 erwarben sie ein Gipswerk in Siersburg und pachteten die Gipsgrube auf dem Gauberg, die jedoch wegen geringer Ergiebigkeit bereits 1937 wieder geschlossen wurde. In der ehemaligen Gipsgrube betrieb ausweislich <a href=\"https:\/\/www.archivportal-d.de\/item\/LET7IZSP3BRR6JVWYN4RXPV2QERN3NKN\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">im Bundesarchiv erhalten gebliebener Schriftst\u00fccke<\/a> Wilhelm Alcover eine Championzucht.<\/p>\n\n\n\n<p>Das heute weltweit t\u00e4tige und vielfach verzweigte <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Knauf_Gruppe\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Knauf_Gruppe\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Baustoff-Unternehmen<\/a> blieb \u2013 nach Aufhebung der nach dem II. Weltkrieg angeordneten Zwangsverwaltung \u2013 dem Ort Siersburg mit einem Werk am Ortsausgang in Richtung Hemmersdorf bis zur Umbenennung der Gemeinde in \u201eGemeinde Rehlingen-Siersburg\u201c erhalten. Das ehemalige Firmengel\u00e4nde liegt zwar in r\u00e4umlicher N\u00e4he zur Niedtalbahn, hatte aber nie einen Gleisanschluss erhalten. Ein solcher h\u00e4tte einen beachtlichen H\u00f6henunterschied zu bew\u00e4ltigen gehabt. Heute wird das Gel\u00e4nde durch andere Gewerbebetriebe genutzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Von den urspr\u00fcnglich vorhandenen Geb\u00e4uden sind neben dem mit Blickrichtung auf die Ortslage von Siersburg ausgerichteten Verwaltungsgeb\u00e4ude noch einige weitere erhalten geblieben, darunter auch der in der H\u00f6he reduzierte Schornstein, der eine Reihe von Antennen f\u00fcr das Mobilfunknetz tr\u00e4gt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aufschwung von Baustoffherstellung und -handel Im Zusammenhang mit dem Bahnbau steht ein Aufschwung der Baustoffherstellung im Niedtal. Von besonderer Bedeutung erweist sich dabei der in der Region vorkommende Kalk sowie weitere typische nat\u00fcrliche Rohstoffe, die f\u00fcr die Baustoffherstellung ben\u00f6tigt werden. Niedtalkalkwerk So erhielten die Gebr\u00fcder Bier unter dem 7. 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